Am frühen Nachmittag lassen bei vielen Konzentration und Antrieb spürbar nach, was oft dazu führt, dass zu einer weiteren Tasse Kaffee gegriffen wird, um irgendwie durch den Rest des Tages zu kommen. Ein kurzer Spaziergang an genau diesem Punkt des Tages verändert die zweite Tageshälfte oft deutlicher als eine weitere Tasse Kaffee es könnte. Es braucht dafür nur wenige Minuten an der frischen Luft, bevor die nächste Aufgabe beginnt.
Diese Gewohnheit ersetzt nicht die Pause selbst, sondern verändert nur, womit sie gefüllt wird, von einer weiteren Tasse am Schreibtisch hin zu ein paar Schritten draussen. Viele berichten, dass sie sich danach klarer fühlen, obwohl der Spaziergang kaum länger dauert als das Kochen einer Tasse Kaffee.
Der Nachmittag anders überbrückt
Wer im Büro arbeitet, kann diesen kurzen Spaziergang mit einer Besorgung verbinden, etwa dem Gang zum Briefkasten oder einer kurzen Runde um das Gebäude. Im Homeoffice reicht oft schon eine Runde durch das Quartier, bevor man sich wieder an den Schreibtisch setzt.
Mit der Zeit wird dieser Spaziergang zu einer festen Antwort auf das bekannte Nachmittagstief, sodass gar nicht mehr überlegt werden muss, was jetzt zu tun ist. Der Körper und der Kopf lernen, dieses kurze Stück Bewegung mit dem Weitermachen zu verbinden.
Manche verbinden diesen Spaziergang zusätzlich mit einem kurzen Telefonat, das ohnehin ansteht, sodass zwei Dinge gleichzeitig erledigt werden, ohne dass die Pause dadurch an Wert verliert. Andere lassen bewusst das Telefon zurück und nutzen die wenigen Minuten ausschliesslich für sich selbst. Wer im Team arbeitet, findet oft eine Kollegin oder einen Kollegen, die zur gleichen Zeit dasselbe Bedürfnis nach Bewegung verspüren, sodass daraus ein gemeinsamer kurzer Spaziergang wird. Mit der Zeit merken viele, dass sie dieses Nachmittagstief fast automatisch mit einer Bewegung statt mit einer weiteren Tasse verbinden.
Im Sommer lässt sich dieser Spaziergang leicht in der Mittagssonne unterbringen, während er im Herbst eher in ein kühleres, aber ebenso erfrischendes Licht fällt. Der Effekt auf den Rest des Nachmittags bleibt in beiden Fällen ähnlich.